Hannah: Auslandstagebuch – Moskau

Moskau, den 24.09.2010

Heute fing unsere Reise endlich an! Um 8 Uhr morgens trafen wir uns alle am Flughafen und um 10 Uhr 05 saßen wir alle sichtlich aufgeregt, im Flugzeug. Um 15 Uhr 20 Moskauer Ortszeit landeten wir allerdings schon wieder und wurden schon von zwei Lehrerinnen des Linguistischen Gymnasium erwartet. Vom dort aus mussten wir dann noch eine dreiviertel Stunde in Moskau rein fahren um endlich unsere Austauschpartner kennen lernen zu dürfen.Wir wurden einander zugeteilt und von da an teilten sich auch schon unsere Wege. Da freitags viele Leute auf ihre Datschen fahren, waren die Straßen überfüllt obwohl diese schon meistens 4-spurig sind, waren wir auszuschließende zwei Stunden unterwegs (!!!). Als wir dann endlich um 8 Uhr bei Polina zu Hause ankamen war ich sehr beeindruckt von dem Haus direkt am Wald. Mein Zimmer ist zwar bis auf den Flachbilldschirm Fernseher nicht sehr besonders eingerichtet, aber ich bin zufrieden. Abends aßen wir noch Reis mit Fleisch und Gemüse. Ich konnte mich für nichts bedanken, was sehr unangenehm war, aber als ich ihnen meine Gastgeschenke übergeben habe fühlte ich mich schon viel besser. Polinas Mutter machte mir noch mein Bett und dann ging ich auch schon schlafen.

 

Moskau, den 25-09-2010

Mein Tag fing so an, dass ich luxuriöser weise erst um 7 Uhr aufstehen musste. Da ich das Bad ganz für mich alleine hatte, konnte ich mir viel Zeit lassen. Um viertel vor 8 stiegen wir zum Vater von Polina ins Auto der uns bis vor die Schule fuhr. In der ersten Stunde versammelten sich alle Moskau-Fahrer und erzählten von ihrem ersten Tag und ihren Eindrücken. Danach besuchten wir den Moskauer Kreml. Um 14 Uhr waren wir dann wieder pünktlich an der Schule, sodass ich mit Polina zu ihrer Musikschule lief, wo sie ein Vorspiel hatte. Danach sind wir zu einer Kunstgalerie, in der wir gemeinsam mit Lida und Elena uns verschiedene Kunstwerke von russischen Malern ansahen. Danach haben uns Lindas Eltern noch in ein Restaurant eingeladen, dass im 21-sten Stock lag und von dem man eine wunderbare Aussicht über Moskau hatte. Dort habe ich zum ersten Mal Sushi gegessen und es hat mir sehr gut geschmeckt. Abends saß ich dann noch mit Polina am Laptop und wir haben uns Bilder von Freunden gezeigt und viel geredet und gelacht. Dabei mussten wir viel Tee trinken, weil wir beide leicht erkältet sind.

 

Moskau, den 26-09-2010

Heute ist Sonntag, normalerweise sagt man, das ist der Tag zum ausruhen. Aber nicht heute! Polina musste in die Schule, also mussten wir wieder früh aufstehen. Während sie, Lida und Nadja Prüfungen schrieben, gingen Elena, Laura und ich in ein Einkaufszentrum. Wir liefen ein bisschen herum, setzten uns dann aber doch lieber zwei Stunden lang in Starbucks, weil es Laura und mir nicht gut ging, wegen der Erkältung. Als unsere Austauschpartner fertig waren, kamen sie zu uns und wir liefen noch einmal im Einkaufszentrum herum. Es ist bestimmt doppelt so groß wie die Bilker Arkaden und dreifach so eindrucksvoll. Danach sind wir nach Hause gefahren und ich hatte das erste Mal ein bisschen Zeit für mich. Abends um 19 Uhr gingen wir mit Allen Moskau-Fahrern und ihren Austauschpartnern ins Ballett, in die Aufführung ,,Schwanensee“. Ich war fasziniert wie sich die Tänzer bewegt haben. Das war wirklich eindrucksvoll. Allerdings hatten wir keine besonders guten Plätze, den wir konnten nur die rechte Hälfte der Bühne sehen. Der Tag war ziemlich anstrengend für mich und ich habe immer noch mit meiner Erkältung zu kämpfen, deswegen hat mir Polina eine heiße Milch gemacht mit Butter und Honig, die wirklich sehr lecker schmeckt J .

 

Moskau, 27-09-2010

Mein Tag begann heute damit, dass ich um halb 7 aufstehen musste. Ich machte mich schnell frisch, aß noch gemeinsam mit Polina eine große Schüssel voll Müsli und trank Tee und dann mussten wir halb 8 ins Auto springen mit dem wir zur nächst gelegenen U-Bahn fuhren, um dann damit zur Schule zu fahren. Die Bahn war viel voller als am Wochenende, und ich habe verstanden, warum die Bahnen immer so oft kommen. In der Schule angekommen haben wir erst mal eine Gruppenstunde abgehalten und danach hat uns der Schulleiter noch die Schule gezeigt. Danach hatten wir zwei Stunden Russischunterricht bei Frau Motsar und dann haben wir noch an unserem Projekt weiter gearbeitet. Nach dem Mittagessen in der Kantine haben alle Deutschen noch einen Ausflug zum Thema „Moskau als Zentrum der Weltreligionen“ gemacht während ich nach Hause gefahren bin und mich ins Bett gelegt habe, weil ich momentan noch mit einer Erkältung zu kämpfen habe. Ich hoffe morgen geht es mir besser, dann besuchen wir nämlich die Fabrik ,,Roter Oktober“

 

Moskau, 28-09-2010

Heute mussten wir schon um viertel vor 7 aufstehen, weil Polinas Klasse Ordnungsdienst hat. Das heißt sie müssen um 8 Uhr in der Schule sein und alle begrüßen sowie in der Mittagspause aufräumen. In der ersten Stunde haben Aylin, Vanessa und ich den Deutschunterricht einer vierten Klasse besucht. Wir waren ziemlich beeindruckt, wie gut die Schüler unsere Sprache beherrschten und waren ziemlich amüsiert über ihre Aussprache.

Danach hielten wir in gemeinsames Frühstück ab und danach fuhren wir zur Besichtigung einer Schokoladenfabrik ,,Roter Oktober“. Dort durften wir auch die Fabrik besichtigen und bekamen viele Kostproben. Ich glaube niemanden war danach sehr wohl. Ich finde, das war bisher der beste Ausflug J . An der Schule angekommen gingen Polina, eine Freundin und ich noch zusammen essen. Ich verstehe mich wirklich sehr gut mit Polina und ich würde sagen, sie ist eine richtige Freundin geworden, nicht nur eine Austauschpartnerin.

 

Moskau, der 29-09-2010

Heute sind wir endlich mal pünktlich zur Schule gekommen und wir haben keinen Klaps auf den Hintern bekommen, so wie gestern. Zuerst haben wir heute den Sportunterricht einer vierten Klasse besucht, danach hatten wir zwei Stunden Russischunterricht. Dann haben wir an unserem Projekt weiter gearbeitet und zu Mittag gegessen. Das Gebäck in der Kantine schmeckt wirklich gut, die warmen Speisen nicht so sehr, außerdem ekelt mich das schmutzige Besteck an. Nach dem Essen haben wir endlich mal alle gemeinsam einen Ausflug gemacht. In das Museum für Kosmonautik wäre ich nie freiwillig hinein gegangen, weil es mich einfach nicht interessiert, aber es stand ja auf dem Plan. Jedenfalls war es dann noch nicht so schrecklich, weil wir alleine durch das Museum gehen durften und unser Tempo nicht vorbestimmt war. Außerdem fand ich den Film interessant, obwohl es in dem Raum ziemlich kalt war und der Film auf Russisch war. Ich will auch mal schwerelos sein: P! Nach dem Museum besuch hielten wir Schüler uns noch zwei Stunden in Mc`s auf bis wir zum Zirkus fuhren. Am schlimmsten fand ich, dass sie lebende Marder an einen Mantel festgebunden haben und sie dann alle auf den Boden fallen ließen. Das war schrecklich. Im Nachhinein denke ich mir, dass ich einfach hätte hinaus marschieren sollen! Das Wetter war heute übrigens einfach nur beschissen, regnerisch, bewölkt und nur 6 Grad. Morgen sollen es 0 Grad werden!!

 

Moskau, der 30-09-2010

Heute haben wir uns direkt an einer Bahnhaltestelle getroffen. Von dort sind wir dann alle gemeinsam in Richtung Tschechow, wo wir uns ein deutsches Unternehmen anschauen sollten. Wir wurden mit einem kleinen Snack überwältigt, es gab Teilchen, Wurst im Teigmantel, sowie Weintrauben und anderem Obst und verschiedenen Getränken. Das war seeehr großzügig und auch die Führung durch ihr Unternehmen war sehr interessant.

 

Moskau, der 01-10-2010

Jetzt ist eine Woche um. Wenn es nach mir ginge, können wir noch eine Woche dranhängen, denn ich fühle mich hier wohl und denke, dass ich zu wenig Zeit habe all die Dinge zu tun, die ich noch möchte. Leider ist unsere Zeit schon sehr verplant und dann machen wir auch noch so Dinge wie der Besuch des Museums für Kosmonautik. Heute sind wir in ein historisches Museum gegangen und haben dort eine Führung von einem sehr wichtigen Mann des Museums bekommen und da wir uns auch wirklich nur die wichtigsten Dinge angesehen haben, war es sehr interessant und nicht zu anstrengend. Abends sind wir dann noch in ein Konzert gegangen, wo klassische Musik gespielt wurde und ich muss zugeben es war gar nichts mal so schlecht, wie ich gedacht habe. Ich stehe zwar immer noch mehr auf die Musik von Paramore, aber es war wirklich interessant.

 

Moskau, der 02-10-2010

Heute mussten wir endlich mal nicht in die Schule! Doch das bedeutet leider nicht, dass ich ausschlafen konnte, denn leider ist die kleine Schwester schon sehr früh aufgewacht, und ist ins Wohnzimmer gegangen, und hat den Fernseher eingeschaltet und zwar so laut dass ich nicht mehr schlafen konnte. Zum Frühstück gab es Crêpes. Polina erzählte das wäre eine russische Spezialität. Ich hatte allerdings gedacht, dass diese Speise aus Frankreich kommt. !?

Wir sind um 12 in Richtung Moskau Innenstadt aufgebrochen und haben uns unterwegs in ein Café gesetzt und ein Schokoladenfondue gegessen und um 2 Uhr haben wir uns mit Vanessa und Katrin an einem Einkaufscenter getroffen. Dort sind wir dann in vielen Geschäften gewesen hatten, waren aber nicht in Einkaufslaune, weil wir zu warm angezogen waren und sich nirgends in diesem riesen Einkaufscenter Schließfächer oder ähnliches befanden…

Danach haben wir noch in einem Hardrock Café in Moskau zu Abend gegessen. Es war sehr fettig aber lecker, außerdem haben Vanessa und ich uns ein T-Shirt von dort gekauft.

 

Moskau, der 03-10-2010

Heute war ein sehr aufregender Tag. Ich bin das erste Mal alleine unterwegs, weil Polina heute den ganzen Tag nutzen will, um Hausaufgaben zu machen. Also habe ich mich mit Katrin und Vanessa in der Stadt getroffen, was auch alles reibungslos geklappt hat. Wir schlenderten die Einkaufsstraße namens Arbat, wo uns ein fremder Mann auf der Straße einfach fotografiert hat. Ich fand des ziemlich lustig, habe ihm aber zu verstehen gegeben, dass er das nicht machen soll. Wir liefen noch zum Roten Platz, wo wir einige Bilder machten und uns auch ein junger Mann ansprach, er verschwand aber schnell wieder, weil sein Englisch ihn nicht viel half. Danach setzten wir uns noch bei Starbucks und erzählten uns lustige Dinge aus unserer Kindergartenzeit. Um 6 Uhr holte mich Polina ab und wir fuhren noch zu einem Punkt, von woraus man ganz Moskau sehen konnte, nahe der Universität. Außerdem habe ich heute mit der Mutter zusammen das landestypische Gericht Borsch gekocht. Es war sehr lecker. Ich werde es Zuhause auch mal versuchen so gut hinzukriegen wie Polinas Mutter (:

 

Moskau, der 04-10-2010

Heute hat uns unser Schulleiter Herr Schrader besucht. Wir haben ihm einen Text mit unseren Eindrücken von Moskau vorgelesen, haben mit ihm geredet und Gruppenfotos gemacht. Um halb 3 haben wir uns mit Frau Makowa getroffen und haben mit ihr in einem Bus Moskau besichtigt. Meiner Meinung nach war das am Schluss von unserem Aufenthalt überflüssig. Danach bin ich alleine nach Hause gefahren und habe schon fast daran geglaubt, dass ich mich verfahren hatte aber ich habe Gott sei Dank nur den falschen Ausgang benutzt. Leider musste ich heute auf Polina und ihren Vater 40 Min. draußen warten, weil sie nicht auf ihr Handy geachtet hat und dachte ich würde später kommen. Es war ziemlich kalt und ich hatte auch schlechte Laune bekommen. Ich bekomme immer schlechte Laune, wenn ich mein IPod nicht am Mann habe. :P

 

Moskau, der 05-10-2010

Heute waren wir eine Stunde lang im Deutschunterricht bei Frau Makowa und ich habe mich gefragt, ob ich wirklich in Deutsch bin oder doch Geschichte. Ich denke, ich schätze unsere Lehrer jetzt noch mehr, nachdem ich mir ein Bild von anderen Lehrern machen durfte. Mittags haben wir den Deutsch-russischen Friedhof besucht, mir ist recht schnell aufgefallen, dass fast alle Blumen künstlich waren, nirgendwo war eine Kerze, die Gräber waren sehr klein im Gegensatz zu Deutschland. Frau Goryunowa erzählte uns viele interessante Dinge wie zum Beispiel, dass der Friedhof schon im 19. Jahrhundert gegründet wurde und nahm mehrere Gräber heraus und erzählte etwas über die verstorbenen Personen.

Danach war ich noch schnell mit Polina in einer Bäckerei ganz nah bei der Schule und dort habe ich wohl das Beste Sandwich in meinem bisherigen Leben gegessen!!

 

Moskau, den 06-10-2010

Heute haben wir wieder an unserem Project weiter gearbeitet und danach hatten wir schon 2 Stunden Russisch Unterricht, in dem wir einen Text für den morgigen Abschiedsabend einstudieret haben. Ich sage auf Russisch, dass Moskau eine schöne Stadt ist. Danach sind wir gemeinsam mit den Russen und noch 8klaesslern ins Deutsch-Russische Haus gegangen und haben kurz darüber gesprochen, dass unter der Zarin Katharina II viele Deutsche nach Russland gekommen sind und dort als Bauern gelebt haben. Außerdem haben wir uns in Gruppen aufgeteilt und jede Gruppe hatte ein eigenes Thema und hat dazu eine Talkshow präsentiert. Abends sind Katrin, Vanessa und ich noch spazieren gegangen, weil ich auf Polina warten musste, die während dessen in der Musikschule war.

 

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