Katrin: Auslandstagebuch – Moskau

 

24.09.10, Ankunft

Nach einem anstrengenden Tag im Flieger und im Zug bin ich gut bei meiner Gastfamilie angekommen. Hier sind alle total nett und der kleine Hund ist süß. Nachdem wir in der kleinen Küche zu Abend gegessen haben (es gab Reibekuchen mit Tee und Blätterteigtaschen mit Pflaumenfüllung) sind Vanessa und ich sehr geschafft. Wir gehen noch ins Bad und schon liegen wir in unseren Betten. Wir reden noch viel. Die anderen schlafen schon.

 

25.09.10, Kreml und Zoo

Der Tag begann mit Sonnenschein und Vogelgezwitscher. Um sechs Uhr waren wir auf den Beinen. Zum Frühstück gab es Blätterteig mit Käse, Joghurt und Tee.

Danach gingen wir zur Schule und lernten dabei noch ein bisschen die Stadt kennen. Nach einer Gruppenstunde in der wir über unsere Ankunft in den Familien besprachen machten wir uns auf den Weg zum Kreml.

Wir haben uns in zwei Gruppen aufgeteilt und sind über den Kreml gelaufen. Dabei haben wir viele Kirchen besichtigt. Die Vorträge über die verschiedenen Ikonen und Bilder an der Wand waren sehr interessant.

Überall auf dem Kreml liefen Soldaten herum und später haben wir gesehen, wie drei Soldaten marschiert sind. Die haben die Beine regelrecht in die Luft geworfen. Das sah vielleicht witzig aus.

Da wir zum Glück davor noch keine unangenehme Überraschung hatten, stand uns nun das bevor, was wir alle gehofft hatten, dass es nicht passierte. Unsere Gruppe teilte sich und wir verloren uns. Nachdem wir mit der Lehrerin überall nach den anderen gesucht haben sind wir mit der Metro zur Schule gefahren und haben dort zum Glück die anderen wieder getroffen.

Wir haben in der Kantine gegessen.

Das Essen war eigentlich nicht so lecker. Aber als wir danach nach Hause kamen, gab es eine Suppe mit Gemüse und Fleisch. Sehr lecker. Danach gab es einen Nachtisch, der aus einer Art Fleischkloß mit Reis bestand. Dazu gab es eine Zucchini mit Gemüse und Käse. Leider mag ich keine Zucchini, deswegen habe ich das nicht gegessen.

Später am Nachmittag hatten wir frei und konnten mit unseren Partnern machen was wir wollten. Wir sind mit Aylin und Polina in den Zoo gegangen. Hier war es viel voller, als in unseren Zoos, aber es war trotzdem richtig schön. Wir haben viele Fotos gemacht. Die Mädchen sind wirklich nett. Wir haben viel gelacht.

Als wir dann um zehn vor sieben zuhause ankamen, gab es gleich Abendessen. Wir haben eine Art Pfannkuchen mit Ei und Marmelade und Nutella gegessen. Dazu haben wir einen Joghurt, einen Apfel und Tee getrunken. Es war sehr lecker. Ich mag das Essen. Es ist anders, aber lecker.

Abends sind wir noch mit dem Auto durch die Stadt gefahren. Wir waren am höchsten Punkt von Moskau und konnten von da aus die ganze Stadt sehen. Wir haben viele Fotos gemacht. Ich freue mich auf Morgen. Da habe ich Geburtstag. Und ich kann lange ausschlafen. Die Betten sind so gemütlich.

 

26.09.10, Mein Geburtstag und Bolschoj Theater

Mein Geburtstag. Yeah! Wir konnten endlich ausschlafen. Nach dem Frühstück, bei dem es eine Art Brei mit Joghurt und Tee gab sitzen wir an unseren Computern und bearbeiten die Fotos vom gestrigen Tag. Ich habe von den Mädchen ein kleines Geschenk bekommen. Von meiner Mutter (sie hatte es in meinen Koffer geschmuggelt) eine silberne Kette mit einem Kreuz. Sie ist so schön, aber ich will sie noch nicht anziehen, weil meine Haare noch nass sind.

Um zwölf Uhr sind wir losgefahren. Wir sitzen im Auto immer zu viert in der hinteren Reihe. Das ist lustig. Wir sind in einen Park am Fluss gefahren. Der Park war schön und wir haben ein paar Häuser angeguckt.

Danach sind wir auf einen Markt gefahren. Dort gab es ganz viele verschiedene Sorten Honig, die man probieren konnte. Wir haben ein paar Sorten gekauft und sind wieder nach Hause gefahren.

Zum Mittagessen gab es Suppe mit Reis und Hühnchen. Sehr lecker. Zum Nachtisch Kartoffelpuffer, eine Art Fleischkloß ohne Reis und Pilze. Ich mag keine Pilze, aber um nicht unhöflich zu sein, habe ich ein paar gegessen.

Heute Abend werden wir ins Ballet gehen. In Schwanensee. Meine Eltern beneiden mich darum. Ich freue mich, obwohl Darja und Nastja sagen, dass es langweilig ist.

Der Tag war schön. Es war ein perfekter Geburtstag. Jetzt bin ich 15. Hurra!

 

27.09.10, Russisch-Unterricht und Besuch von Kirchen

Nachdem wir um sieben Uhr aufgestanden sind, gab es zum Frühstück Joghurt und Eier.

In der Schule haben wir uns erst unterhalten und sind dann zum Schulleiter gegangen. Wir haben uns die Schule angeguckt und haben danach im Büro Tee getrunken und russisches Gebäck gegessen. Es war sehr lecker. Danach stand russisch Unterricht an. Die Lehrerin hat kein deutsch und nur ein bisschen englisch gesprochen, aber wir haben uns trotzdem alle verstanden.

Nach dem Russisch Unterricht gingen wir in den Computerraum und luden unsere Tagebücher auf Selgo hoch. Nachdem wir in der Kantine gegessen hatten, gingen wir los.

Wir liefen lange durch die Straßen Moskaus und erfuhren dabei auch sehr interessantes über einige Bauwerke aus dem 19. Jahrhundert. Als wir nach einem sehr langen und anstrengenden Fußmarsch endlich an der ersten Kirche ankamen, kaufte ich gleich drei Postkarten und vergaß dabei, dass ich eigentlich vier brauchte. Danach ging es weiter in die nächste Kirche. Wieder liefen wir zu Fuß durch Moskau, bis wir um sechs Uhr endlich die Synagoge erreichten. Es war sehr schön. Ich war noch nie in einer Synagoge. Auch nicht in Deutschland. Ich fand es sehr interessant.

Später in der Metro haben wir mal wieder zwei Mädchen verloren. Sie sind schon runter gefahren, während der Rest noch oben wartete. Wir bemerkten, dass sie fehlten und wollten sie unten suchen. Auf der Rolltreppe kamen sie uns schließlich entgegen.

Als wir um halb sieben endlich in der Schule ankamen, warteten die anderen schon auf uns. Wir fuhren nach Hause. Zum Abendessen gab es erneut eine Suppe mit Reis und Hühnchen. Als Beilage eine gefüllte Paprika mit Reis und einem Fleischkloß. Die Suppe war lecker. Die Paprika hat mir nicht besonders gut geschmeckt.

 

28.09.10, Besuch der Schokoladenfabrik

Heute gab es zum Frühstück wieder den Brei. Wir sind zur Schule gegangen und haben die vierte Klasse beim Deutsch-Unterricht besucht. Die Kleinen waren süß und konnten in meinen Augen schon richtig gut Deutsch sprechen.

Später sind wir mit der Metro in die Schokoladenfabrik gefahren. Wir haben viel gegessen und hinterher war mir ziemlich schlecht. Aber nachdem ich wieder ein bisschen frische Luft geschnappt hatte, ging es wieder. Die Schokolade war die Beste, die ich je gegessen habe. Den Nachmittag haben wir zur freien Verfügung. Vielleicht gehen wir später noch zu Starbucks, aber es regnet und die beiden müssen noch lernen, deswegen ist es noch nicht sicher.

 

29.09.10, Papierfabrik

Nachdem wir gefrühstückt hatten ging es auf zur Metrostation. Dort trafen wir die andere um mit ihnen zur Papierfabrik „Schattdecor“ zu fahren. Die Fahrt war lang und langweilig. Wir mussten eineinhalb Stunden bis nach Tschehow fahren, wo die Fabrik lag. Die Fabrik war schön. Als wir ankamen erwartete uns ein prächtiges Frühstück mit Obst, Getränken und Teilchen. Es war wirklich sehr lecker. Danke!

Danach gingen wir los durch die Fabrik. Zuerst wurden uns die verschiedenen Decore gezeigt, die die Fabrik an ihre Kunden verkauft, dann sind wir in die Fabrik gegangen. Es stank ein bisschen, aber ich war überwältigt von der Größe und den Zahlen. In acht Stunden werden dort zwanzig Tonnen Papier hergestellt. Und das nur von vier Arbeitern.

Anschließend ging es wieder nach Hause. Wieder in den Zug und wieder mit der Metro zur Schule. Von dort aus gingen wir das erste Mal alleine nach Hause, wo uns ein leckeres Mittagessen von Suppe und Kohl erwartete. Den restlichen Tag verbrachten wir zuhause.

 

30.09.10, Zirkus und Kosmonautikmuseum

Zum Frühstück gab es Rührei und Joghurt. Danach ging es auf zu einem langen, anstrengenden Tag. Gegen Mittag gingen wir los zum Museum für Kosmonautik. Diesmal kamen unsere Partner mit. Meiner Meinung nach war es ziemlich langweilig und ich finde es schade, dass wir uns Sachen angucken, die wir uns auch zuhause angucken können. Danach gingen wir zu McDonalds und blieben zwei Stunden, weil es draußen nur sechs Grad waren. Später gingen wir noch in den Zirkus. Der ist hier anders. Er ist in einem Haus und er wandert nicht weiter. Wanderzirkus heißt auf Russisch Chapiteau. Ich fand es eigentlich schön, aber die Leute waren irgendwie tierfeindlich. Eine Frau hatte einen Mantel mit lebenden Frettchen an. Die Tiere taten mir alle total leid.

 

01.10.10, Historisches Museum

Zum Frühstück gab es Ei, Joghurt und Tee. Wir gingen los zur Schule und besuchten dort die zweite Klasse in Legotechnik. Dort lernen sie mit Lego zu bauen. Es war interessant, weil es das bei uns nicht gibt. Allerdings finde ich es ein wenig sinnlos.

Danach frühstückten wir in der Kantine und gingen dann los zum historischen Museum am roten Platz. Leider hatten wir keine Zeit mehr den roten Platz zu besuchen. Das Museum fand ich ein wenig langweilig. Der rote Platz wäre besser gewesen. Mich interessiert Geschichte nicht. Was vorbei ist, ist vorbei. Das braucht mir keiner erzählen.

Später gingen wir mit Dascha und Anastasia auf eine berühmte Straße Arbat. Ich fand es schön. Mit den alten Häusern und den vielen Geschäften, in denen es russische Souvenirs zu kaufen gab. Wir gingen in ein Zoo Geschäft (kauften aber nichts). Die Tiere taten mir leid, weil sie teilweise zu zweit in einem kleinen Käfig eingesperrt waren. Eine Katze miaute die ganze Zeit und kratzte am Gitter. Ich hätte sie am liebsten gekauft, habe aber nicht soviel Geld (53.000 Rubel) gehabt.

Jetzt sitzen wir hier und schreiben. Heute Abend gehen wir in ein Konzert. Ich freue mich nicht darauf, weil unsere Partnerinnen gesagt haben, dass es langweilig sein wird. Na ja, mal gucken…

 

02.10.10, Shoppen

Um zwei gingen wir los zum shoppen. Mir ging es gut, weil wir lange schlafen konnten. Unsere Partner hatten heute Schulfrei, weil manche auf ihre Datscha fahren wollten. Wir gingen in die Metropolis shoppen. Dabei gingen Hannah, Vanessa und ich allein. Die anderen drei ebenfalls. Wir gingen in ein paar Geschäfte, die es bei uns nicht gibt. Ich mochte die Sachen, hatte aber für die meisten Sachen kein Geld, weil es so teuer war. Danach gingen wir zu Starbucks. Aber es war enttäuschend, weil sie uns etwas Falsches machten. Wir alle hassen Kaffee und sie machten uns etwas damit, weil sie uns irgendwie nicht verstanden haben.

Später sind wir noch auf den Arbat gegangen und haben im Hard Rock Café gegessen. Es war sehr lecker aber auch sehr viel. Wir haben nicht alles aufgegessen. Hinterher gingen wir noch in ein Souvenir Geschäft und kauften Postkarten.

Zuhause waren wir alle sehr müde und gingen schnell schlafen.

Ich bin glücklich, weil ich eine neue Idee hatte für ein Buch.

 

03.10.10, Arbat

Heute konnten wir wieder lange schlafen. Nach dem Duschen hatten wir ein wenig Zeit für uns in der ich las und mein neues Buch schrieb. Später gehen Vanessa und ich mit Hannah auf den Arbat ein bisschen spazieren und einkaufen. Ich freue mich darauf, weil es ein bisschen entspannter sein wird, als die nächsten Tage. Außerdem freue ich mich, dass wir nicht den ganzen tag zuhause bleiben, weil unsere Partner Hausaufgaben machen müssen. Ich werde mir ein Hard Rock Café T- Shirt kaufen.

 

04.10.10, Stadtrundfahrt

Heute ging der Tag wie immer los. Wir fruehstueckten und machten uns dann auf den Weg in die Schule. Nachdem wir mit der Gruppe einige wichtige Dinge besprochen hatten, gingen wir zu unseren Gastschuelern in den Unterricht. Es war sehr langweilig, weil wir kein Wort verstanden. Sehr anders als bei uns war es nicht, ausser, dass die Klassen ziemlich klein sind.

Danach sind wir losgefahren. Mit dem Bus durch die Stadt. Wir hatten alle keine Lust und ehrlich gesagt war es noch viel langweiliger, als ich es mir vorgestellt hatte. Manchmal sind wir ausgestiegen und haben Fotos gemacht. Das war das einzig aufregende bei der ganzen Sache. Später sind wir mit der Metro nach Hause gefahren, weil der Vekehr zu dicht wurde. Ich konnte mich schon fast alleine orientieren.

Als wir um sieben Uhr nach Hause kamen war ich sehr müde. Wir aßen gefüllte Teigtaschen mit Fleisch und gingen danach direkt ins Bett.

 

05.10.10, Friedhof

Heute Morgen gingen wir mit unseren Gastschuelern in den Unterricht und hatten dann ein paar Gruppenstunden. Davor sahen wir uns eine Auffuehrung der zehnten Klasse ueber Goethe an. Sie war sehr interesant und die Schauspieler waren gut. Wir luden unsere Tagebuecher hoch und lerten unsere Referate, soweit das moeglich war, weil viele Computer kein Internet hatten oder andere Macken.

 

06.10.10, Deutsch-Russisches Haus

Heute ging der Tag wie immer los. Nachdem wir unsere Gruppenarbeit erledigt hatten, gingen wir mit unseren Partnerschülern und mit einer anderen achten Klasse zum Deutsch-russischen Haus. Das ist ein Haus, für die Russlanddeutschen. Dort haben uns die Menschen die Redaktion der Moskau Deutschen Zeitung gezeigt, die sehr wichtig, für die Deutschen in Russland ist. Ein Mann erzählte uns etwas über die Jugendarbeit mit den deutschen Kindern in Russland. R erzählte, dass sie auch private Austausche nach Deutschland unternehmen.

Danach gingen wir alle zusammen in den Konferenzraum und sahen uns einen Vortrag über Schrumdirum, eine Kinderzeitschrift in deutscher Sprache, an. Wir konnten einige Ausgaben lesen und sollten später noch ein paar Fragen, die für die nächste Ausgabe wichtig waren beantworten.

Danach haben wir ein kleines Spiel gemacht. In einer Gruppe gab es ein Thema, zu dem eine Diskussion geführt werden sollte. Wir hatten das Thema Musik und sprachen darüber, ob im Radio Volksmusik oder Pop gespielt werden sollte. Die anderen Gruppen hatten die Themen Freizeit, Kultur und Sport.

Nach einem kleinen Snack gingen wir dann auch schon nach Hause. Wir gingen noch auf den Arbat etwas essen und dann fielen wir abends müde ins Bett.

 

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